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Musik - Auswahl und Bearbeitung
- Einmal kommt der grosse Tag: Ihr habt fleissig geübt, könnt einige vorzeigbare Tricks und nun braucht Ihr Musik. Nur welche *haarerauf*?
Ich habe meist eine Bild vor Augen, wie eine Musik zu tanzen ist. Sind es weiche, drehende Bewegungen, abgehackte, zackige Bewegungen, ist es eher schnell oder langsam. Nach diesen Vorstellungen richte ich mein weiteres Training aus und bestimme, welche Tricks noch trainiert werden müssen.
- Um die richtige Musik zu finden, must Du sehr viel hören. Ich höre mittlerweile jeden Song auf Tanzbarkeit hin ab. Ob Fernsehen, Radio, Werbung, Filmmusik, Werbung etc.
Wie wäre es mit Weihnachtsmusik, Musicals oder Klassik? Schau mal in den Plattenschrank älterer Herrschaften, vielleicht wartet ja dort eine Überraschung. Ich habe mich in den letzten Monaten der Suche in Richtung Musik sehr weitergebildet (also nicht nur immer meinen Lieblingssender "Einslive" im Radio gehört ;-)). Alles was sich grob tauglich anhört, brenne ich auf Extra-CDs, so dass ich meine engere Auswahl direkt zusammen habe.
Schön ist es natürlich, wenn das Publikum den Song kennt, einen Ohrwurm oder Evergreen zum Beispiel.
Wenn Du im Radio ein Stück hörst, das Dir gefällt, dessen Titel und Interpreten Du aber mal wieder nicht kennst, merke Dir Sender und Uhrzeit und schau doch mal im Netz nach. Zum Beispiel hat der Sender "Einslive" eine Playlist genau nach Uhrzeit über sieben Tage zurück. Ich könnte mir vorstellen, dass es bei anderen Stationen genauso leicht ist, an die gewünschten Informationen zu kommen.
Was Du nimmst, hängt natürlich von Deinem Geschmack und der Tanzbarkeit für Euer Team ab, jede Musikrichtung ist möglich. Vielleicht weisst Du auch schon, wo Du aufzutreten planst und kannst schon mit der richtigen Musikwahl das Publikum begeistern. Denk dran, Du musst die Musik viele, viele Male hören, bis Ihr reif für den grossen Auftritt seid.
Praktisch ist ein Stück mit deutlichen Brüchen und unterschied lichen Passagen. Es ist leichter zu merken und bringt von sich aus schon Abwechslung.
Nach anderen Meinungen sind gleichmässige Stücke für AnfängerInnen einfacher. Ich selbst finde gleichmässig zu langweilig.
Ein Intro ist hilfreich, dann kann Euer Team sich noch einmal kurz sammeln und punktgenau anfangen.
Du kannst natürlich auch verschiedene Tempi und/oder Musikrichtungen in einem Medley vereinen.
- Solltest Du Musik mit oder ohne Text wählen? Text ist eine grosse Hilfe, gerade für den Anfang, genau zu erkennen, wo Du Dich in Deiner Choreographie gerade befinden solltest, bzw. nach ein wenig Verwirrung leicht wieder den Anschluss finden lassen. Andererseits lenkt er vielleicht vom Geschehen sehr ab. Auf jeden Fall musst Du den Text herausfinden (siehe unten auf der Seite).
- Vielleicht solltest Du Dir auch überlegen, ob eine richtige Interpretation der Musik möglich ist. Ob Du eine Figur darstellen kannst (oder Dein Hund), oder ob Ihr beiden eine Geschichte erzählt. Schau Dir mal den "Zauberlehrling" von Mary Ray und Quincy an, dort wird die ganze Geschichte ohne Worte erzählt.
Wenn Du einen Walzer, Samba oder anderen Tanz wählst, für den es spezielle Tanzschritte gibt, solltest Du versuchen, diese zu lernen und als Bewegung einzubauen.
Du kannst auch Requisiten benutzen, die Deine Vorführung unterstreichen.
- Den richtigen Rhythmus für Deinen Hund herauszufinden ist das Wichtigste. Auch Du solltest Dich bei dem gewählten Tempo wohlfühlen.
Das Tempo muss zum Hund passen, auf sein Temperament, seine Bewegungen, sein Aussehen und seine Ausstrahlung (Du erinnerst Dich, Du bist nur die Begleitung). Gehe locker mit dem Hund im Takt und streue einige Tricks ein. Am besten lässt Du Euch von anderen beobachten. Meist merkst Du es schon nach ein paar Sekunden, ob es passen würde, oder nicht.
Der Hund sollte traben. Eher ein schnelleres, als ein zu langsames Stück wählen. Der Hund sollte aber weder angetrieben, noch gebremst werden.
Ich merke schnell, ob ein Stück Luzies Rhythmus entspricht. Wenn sie beschwingt läuft, sehr fröhlich aussieht und die Rute wedelt (sieht aus wie im Takt :-)), passt es. Da einer meiner Schritte zwei ihrer Schritte entspricht, passt es auch auf mich.
Die bpm-Zahl (die Takte pro Minute) kannst Du verändern. Es gibt Musikanlagen, die das können (z. B. in Fitness-Studios). Und es gibt auch Software, die das kann.
Die bpm-Zahl ermittelst Du, indem Du 15 Sekunden lang die beats zählst und mit 4 multiplizierst. Auf manchen CDs ist sie auch verzeichnet. Als Faustregel für einen guten Durchschnitt beim Dogdancing sind 80 bpm zu nennen. Wenn die Musik VIEL schneller ist, kannst Du jeweils einen Takt auslassen, wenn sie VIEL langsamer ist, einen Zwischentakt hinzufügen.
- Die Sache mit dem Takt ist für manche Menschen gar nicht so einfach.
Wenn Du da Probleme hast, ist es vielleicht nötig ein Stück zu nehmen, wo der Takt wirklich stark hämmert, so dass Du gar nicht anders kannst, als Deine Füsse gleichmässig zu setzen.
Ansonsten kannst Du das Gefühl für den Takt auch trainieren. Ab sofort klopfst Du bei jeder Musik mit, oder tappst mit dem Fuss, wippst mit dem Kopf, klatscht in die Hände. Dann versuche mal, Zwischentakte zu tappen, oder je einen Takt auszulassen. Lass Dir helfen, such einen Drummer, eine Fitnesstrainerin etc.
Takt lässt sich gut auf 8 zählen, danach kannst Du auch Dein Stück auszählen und die Schritte bestimmen. Einfach, wenn eine markante Stelle startet anfangen zu zählen, im Takt bis auf 8, fast immer ist dann ein kleiner Wechsel in der Musik.
Wenn Du nur bis 3 kommst, ist es ein Dreivierteltakt und das Ganze nennt sich Walzer :-)))
Nachdem Du nun den Takt beherscht, kannst Du mit dem konkreten Auszählen des Stückes beginnen (erst noch Schneiden, siehe weiter unten). Du schreibst praktisch das ganze Stück in 8er-Paketen auf. Hier kannst Du notieren, wie die Musik jeweils in den Paketen ist, welches Tempo, welche Instrumente etc. Wenn Du ein Stück mit Text hast, kannst Du Dich hieran gut orientieren.
- Die Länge des Stücks ist für die Auswahl egal, Du wirst es sowieso für ein Anfängerstück auf maximal 1 - 2 Minuten schneiden müssen. Später sind Dir da natürlich keine Grenzen gesetzt, aber am Anfang wirst Du merken, WIE lang das ist...
Du solltest das Stück grob auszählen. Also aufschreiben, nach wieviel Sekunden der Refrain kommt, wann die Musik stark wechselt etc. Dies lässt Dich erkennen, wo Wiederholungen stecken. Diese wiederum kannst Du herauschneiden. Das Stück einfach abzuschneiden oder ausfaden zu lassen, wäre die einfachste Lösung. Doch oft ist gerade der Schluss besonders und sollte erhalten werden. Dann bleibt Dir nichts anderes, als ein Mittelstück herauszuschneiden, z. B. eine Strophe und ein Refrain.
ACHTUNG: Solche Veränderungen der Musik stellen eine Urheberrechtsverletzung dar.
Das Schneiden kann mit 2 Tapedecks geschehen. Oder, viel komfortabler weil sekundengenau abzustimmen, per Software. Ich kann das Programm "Wavelab" empfehlen (mehr Infos: www.steinberg.de).
- Ungeschickt wäre es, Musik zu wählen, die schon jemand so fantastisch vorgeführt hat, dass Du immer daran gemessen und verglichen würdest. Z. B. an Swing im Big-Band-Style, jede(r) im Publikum würde an Mary Ray und ihre Vorführungen auf der Crufts und dem Wettbewerb in Coventry 2002 denken. Oder bei "Gladiators" und "Charlie Chaplin" an Attila Szkukalek. Wer ihn einmal gesehen hat, vergisst das so schnell nicht mehr.
Auch die Vorführungen von anderen Stücken, die immer wieder gerne genommen werden und eventuell mit Dir auf der gleichen Vorführung gezeigt werden, sind in diesem Falle vergleichbar. Ich denke so an "Singing in the Rain", "Puppet on a String" oder "Jingle Bells". Wenn Du allerdings den absoluten Kracher als Choreographie hast, ist das natürlich egal ;-)
Ich habe immer den Eindruck niemand redet gerne über seine gewählte Musik, damit ihm niemand mit etwas Unschlagbarem zuvorkommt. Ich lasse Dich hier ja auch im Ungewissen ...
- ACHTUNG: Sobald Du Dein Stück öffentlich vorführst, solltest Du Dich um die GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) kümmern. Finde die Gebühren heraus und zahle sie oder lass Dir bestätigen, dass keine Gebühren anfallen.
- Hier hast Du schon mal die Möglichkeit Texte zu Deinen ausgesuchten Stücken zu finden. Zu wissen, was dort eigentlich gesungen wird, kann Dich vor einer grossen Blamage bewahren (denk z. B. mal an Eminem im Altersheim ;-))
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